Gedichte

Sternenhimmel

Sterne, sind die Lebens-Saat
gestreut im Felde der Unendlichkeit
und wenn Dunkelheit schleichend naht
erstrahlen sie, in ewger` Herrlichkeit
 
geben Sinn, Finsternis und Leere
spenden Hoffnung, wo sie fehlet
lotsen den Schiffer auf dem Meere
erhören den Menschen, wenn er flehet
 
denn er sei ein Kind der Sterne
erboren aus funkelndem Sternenstaub
sollt` er im Herzen tragen ihre Wärme
anstatt wehmütiges Herbstenlaub
 
es möget geben keine Kriege
um die Schätze dieser Erde
ob Wasser, Gold oder des Allmächtigen Liebe
diese Welt ist unser aller Sternen Erbe
 
wer an der Seele zweifeln mag
oder denke, der Mensch sei alleine
der noch nie auf einer Wiese lag
unter der Gestirne weisem Scheine
 
zum Sternenhimmel schau ich oft
demütig, ob seinem erhaben` Lichte
so ist`s mir zuweilen unverhofft
als blickt` ich, in Gottes Angesichte

Robert G. Horváth

Königin der Nacht

klangheimlich schleicht er ab
der heimelige Abendsang
gibt die Bühne frei der Nacht
ihrem friedliebenden Herzensklang
 
wenn die Säum` von Zipfelmützen
Kinderhäupter sachte schmiegen
in des Menschen Brust
Nebel süßen Friedens wiegen
 
Sehnsüchte des Tages
als Traumgestalten umherfliegen
Schatten, zu geifernden Dämonenrudeln
sich verbiegen
 
und wenn der Hall der Eule
schneidend durch das Laubdach sprengt
des Baches Rauschen 
sich zu einem erlesenen Orchester vermengt
 
ein Zauberhauch, schimmernd
durch die Lüfte klingt
der weiße Wolf, den Kopf im Nacken
wehklagend zum Himmel singt
 
wenn Gewässer, im Silberschein der Nacht
majestätisch strahlen
süße Zukunftsräume, flimmernd
 in die Herzen von Liebenden malen
 
dann, dann in Demuth verneiget euch
ihr hochmütigen Gestirne ihr
denn sie hat das nächtlich` Gewölb` betreten
Luna ist hier
 
Sonn, zoll deinen Tribut aus Licht
Sternenscharen nun gehet in Acht
die Königin der Nacht tritt an
ihre heilige Wacht
 

Robert G. Horváth


Sehnsucht des Dichters

auf dem Wege verloren ging sie
die Sehnsucht junger Jahr
sie, die sie einst im
tiefsten Herzen brannte
und der Seele Lichte wahr
 
verschollen im endlos` Meere
das treulos Trän` gebarn`
verglüht in lüstern` Flammen
die ohne Liebe warn`
 
verblutet in den Scherben
so oft das Herz mir brach
doch der fernen Tage Glut
ich klag ihr nicht mehr nach
 
denn neu entfacht ist sie
und diesmal gescheiter gar
die Sehnsucht kehrte mir
in die Brust Heim, neulich Nacht
als ich ein Dichter war
 

Robert G. Horváth


Vergessen

zähe Nebel, steigen vom Fluss
des Lebens empor und
legen sich über die Täler
 die er einst durchfloss
 

Robert G. Horváth






Schönheit

kaum erblüht, rieseln die bereits welken
Kirschbaumblüten, zu Boden
die wahre Schönheit des Baumes
offenbart sich, in der Güte seiner Früchte
 

Robert G. Horváth

 
 


Wandervogel

 die Liebe ist ein Wandervogel
fliegt in Herzen, ein und aus
verweilt nur dort, wo die Sonne haust
so willst Du sie auf ewig binden
lass den Winter, Dein Herz nicht finden
 

Robert G. Horváth

 


Von Herzen und Muscheln

Herzen sind wie Muscheln
manche sind groß, manche klein
einige stachelig, andere glatt
doch die wenigsten, bergen
eine Perle in sich
 

Robert G. Horváth

 

 


Hoffnungsfunken

wandelst Du im finstren` Tal?
weil alle Hoffnung sich von Dir stahl?
 
fragst Du Dich, wo sie sich verborgen?
so höre zu und lass ab der Sorgen
 
denn wie sie zu finden, verrat ich gleich;
wenn die Nacht war sternenreich
 
und Luna ihre Wacht abbricht
blick gen Osten und sieh das Licht
 
sieh wie´s durch die Gipfel sprengt
die Dämonen der Nacht versengt
 
sich auf die Baumkronen senkt
und das Tal mit Gold beschenkt
 
ein majestätisch Fürstensiegel
dem Glitzermeere im Wasserspiegel
 
siehst Du, wie herrlich der Tag beginnt
auf das die Lerch ihr Loblied singt
 
dies` Morgenglanz ist Hoffnung pur
Saat des Lebens auf der Erden Flur
 
so wenn das Herz Dir leer geblutet
und die Augen mit Trän` geflutet
 
ersinne Dich, denn Du hast die Wahl
acht bei Dämmrung` auf des Morgens Strahl
 
tauch hinein und atm´ ihn ein
des Lebens Licht soll Dein Ozean sein
 
umarme und versöhn Dein` Schmerz
lass den Hoffnungsfunken zurück ins Herz
 
spüre wie er Deinen Geist erweckt
voll der Wunder und Liebe steckt
 
 
das ist Wahrheit, das ist Leben
es lohnet, nicht aufzugeben

Robert G. Horváth


Wir

Du und ich...

wir sind

- zwei Ganze und doch nur zwei Hälften eines Ganzen
- ein Glückstreffer, von einem Schicksal mit zwei linken Händen
- eine Rarität, ein Treuebund, eine vom Aussterben bedrohte Art 

- wir sind, das vierblättrige Kleeblatt

- ein Doppelsternsystem, das
seine kleinen Planeten, die es fröhlich umtanzen, mit Sternschnuppen
beschenkt und sie allnächtlich in magischen Polarlichtern wiegt
- wir sind ein stets inklusives wir, doch trotzdem
oder genau deshalb, überaus exklusiv
- wir sind zwei Wirbeltiere, im Rausche der Paarungszeit
- die Blume und ihr Bienchen, in wechselwirkender Relation
-wir sind zwei Primaten, zweifach beseelt, einfach selig
die Seite an Seite durchs Leben wirbeln
wenn`s sein muss durch jeden Wirbelsturm
und gemeinsam entwirren wir, hochwirksam
manchmal auch rückwirkend, jedes noch so verwirrende Gewirr
oder mal eben einen verkabelten Lebenssalat
- wir sind, zwei Wirte, die das Herz des anderen in ihrer luxuriösesten Suite einquartiert haben und es mit selbstloser Hingabe bewirten
- wir sind, zwei Überlebenskünstler, die sich die graue Welt bunt pinseln
- wir sind zwei Lebenskreise, deren Lippen sich sacht, zur ewigen acht berühren
- gegenseitiger Respekt, ist der Wirkstoff unserer Verwirrung
unsre` Liebe, die daraus resultierende Folgewirkung
- so bleibt die Kälte dieser Welt, wirkungslos auf unsere verschworene Wirtschaft
- und wenn ich Mal orientierungslos, aus einem wirren Traum erwache und mir mein Glück unwirklich erscheint, dann bettest Du, mein wunderwirkender Engel, meinen Kopf an Deine Brust und ich lausche, wie Dein Herz besänftigend wirr schlägt
- so leben wir, im Einmachglas unserer selbstgepflanzten, selbstgepflückten, fruchtig aromatischen Wirklichkeit
und streben einer für beide, beide für einen, die Verwirklichung unserer beflügelten Tagträume
in harmonischem Zusammenwirken an
dabei sind wir
sommer-regen-reigen-leichtfüßig
rundum glücklich wirr
und höchst zuversichtlich, dass
alles gut wird
 

Robert G. Horváth

Heiligabend

tröstliche Stille, wiegt das Land
sternbestickt, des Abends festliches Gewand
ein verspielter Wind, verweht mondbeschienene Schneeflocken
trägt auf seinen Schwingen, Gelächter und das Geläut von fernen Glocken
hinauf zum Schneemann, der steht einsam auf einem weißen Hügel
sich sehnlichst wünscht, er hätte Engelsflügel
um mit ihnen, in eine gesellige Runde zu entschweben
denn Heiligabend, mag nicht Mal ein kaltes Herz, allein erleben
 

Robert G. Horváth

 
 


Auf den Frühling

Rotkehlchen und Nachtigall
trillern fröhlich hinterm` Wall
Sonn` geht auf, die Welt wird Lichte
auf den Frühling, dies Gedichte
 
der Nebel Schwermuth schnell verfliegt
wenn goldner` Glanz den Schleier schmiegt
von Tau berieselt erwacht die Flur
und des Lebens Geister pur
 
bunt verspielte Blütenwiese
wiegt sich kichernd im Rausch der Brise
lockt mit lieblich Duftenschimmer
gibt nicht frei das Bienlein, nimmer
 
hallt im Winde Musik und Sang
so folget ohne Rast dem Klang
vor Sehnsucht sprühen nun die Lieder
bringen Leben in alte Glieder
 
Jüngling tagträumt von holder Maide
die Augen glühend, das Haar wie Seide
beim Frühlingsreigen die Herzen brennen
man mag es leichthin Liebe nennen
 
sie legt den Kopf an seine Brust
wenn gestillt der Lendendurst
ein Stern geht auf, das Herz wird weit
zum Verlieben, Frühlingszeit
 

Robert G. Horváth